Spoiler-Review: The Walking Dead – Staffel 7 Finale

5. April 2017

Die siebente Staffel von AMCs ‚The Walking Dead‘ kam am Sonntagabend zu einem packenden Finale.
Was bietet die Episode uns Zuschauern? Wir schauen genauer rein.

Negan verschaffte der Staffel im Herbst 2016 einen brutalen und schockierenden Auftakt, gefolgt von
überwiegend deprimierenden sieben Episoden, deren Geschichte bequem auch in vier gepasst hätte.
Mit dem Midseason-Finale nahm die Serie aber wieder Fahrt auf und bewegte sich relativ zielstrebig zum
Beginn des all-out War, dem großen Konflikt zwischen Negans Saviors und den Menschen, die unter ihrer
Schreckensherrschaft leben müssen.
Eugene lief zum Feind über und während Sasha und Rosita die Dinge selbst in die Hand nahmen, machte Rick
sich auf die Suche nach Verbündeten, die ihm und seinen Leuten in diesem Kampf beistehen würden – und er
schien sie gefunden zu haben; manche direkt, wie Jadis und ihre Scavengers, andere über Umwege, wie Dwight.
Schließlich waren alle Akteure in Position für den Eröffnungsschlag gegen die Saviors, den sich die
Showrunner für das Staffelfinale aufsparten.
Wohl das Beeindruckendste an dieser Folge war die Spannung, die ununterbrochen in der Luft lag. Im Laufe
der Staffel wurden Bündnisse geschlossen, Geiseln wurden genommen, Versprechen wurden gebrochen und
Handlungen wurden auf brutale Weise mit dem Leben bezahlt. Das erzeugte im Staffelfinale ein unver-
kennbares Gefühl: Alles steht auf dem Spiel. Schon anfangs zeigt sich das bei Dwights Verhör, besonders aber
bei Negans Belagerung von Alexandria. Jede noch so kleine Aktion, jede einzelne zu treffende Entscheidung
kann über das Leben oder den Tod unserer liebgewonnenen Charaktere bestimmen.
Überzeugend war auch die Auflösung mehrerer Handlungsstränge, die über die Staffel hinweg kleinschrittig
aufgebaut wurden: Der Gefallen, den Negans Frauen von Eugene verlangten, greift nahtlos mit Sashas Reise von
der Waldlichtung des Staffelauftakts bis zu ihrer Geiselnahme durch die Saviors ineinander. Carol und Morgan
tauschten im Laufe der Staffel gewissermaßen die Rollen, um letztlich doch Seite an Seite mit King Ezekiel und
Maggie zu kämpfen, die mittlerweile das Hilltop anführt. Auch Dwights Geschichte, die in dieser Staffel
erzählt wurde, gipfelt nachvollziehbar in seiner Abwendung von Negan, und Ricks Sinneswandel von Gehorsam
zu Widerstand hätte kaum kontrastreicher dargestellt werden können als es hier der Fall war.
Die Action-Sequenzen in dieser Folge lassen sich durchaus sehen. Nachdem der Verrat der Scavengers offen-
sichtlich wird, stehen Ricks Leute – ähnlich wie im Finale von Staffel 6 – vor einer scheinbar ausweglosen
Situation. Auch Zombie-Sashas Eingreifen und die darauffolgende Eskalation verschafft Ricks Gruppe nur einen
vorübergehenden Vorteil und bald finden sich Rick und Carl wieder auf dem Boden kniend vor Negan. Wieder scheint
alle Hoffnung zu sterben, doch das Blatt wendet sich, als Hilltop und Kingdom in letzter Sekunde zu Hilfe kommen.
Wie die Tigerin Shiva zum stimmungsvollen Soundtrack und den erhabenen Schlachtrufen von King Ezekiel mehrere
Saviors reißt, ist eine der coolsten Szenen der Staffel. Die gesamte Spannung der Folge entlädt sich triumphal,
was eine nette Abwechslung zu den vorherigen Episoden ist.
Das einzige Manko an der Episode – und irgendwie auch an der ganzen Staffel – ist Jeffrey Dean Morgan, der als
Negan bisher nur einen einzigen, ziemlich monotonen Act hingelegt hat.
Davon abgesehen habe ich an der Episode aber nichts zu nörgeln und freue mich auf die nächste Staffel.
Wertung:  9/10

– Frederik

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